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Die Ergebnisse des Geschichtswettbewerbs 2018/19

Der Frieden nach dem Ersten Weltkrieg in Frankreich, Deutschland und Europa. Erinnerungen und Erbe eines globalen Konflikts

Vielen Dank für die 35 eingegangenen gültigen Beiträge und allen 532 Schülerinnen und Schülern, die am deutsch-französischen Geschichtswettbewerb EUSTORY-France teilgenommen haben!

Das Thema

Deutsche und französische Lehrer*innen waren im Schuljahr 2017/2018 gebeten worden, „Erinnerungsarbeit“ zu Friedensangeboten vor und während des Krieges zu leisten. Zum Ende des Gedenkzyklus „Hundert Jahre Erster Weltkrieg“ im Jahr 2018/2019 bitten wir diese, mit ihren Schülerinnen und Schülern der Frage der Friedensbemühungen nach dem Krieg nachzugehen. Mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 und dem Beginn der Pariser Friedenskonferenz am 18. Januar 1919 rückt die Frage des Friedens nach dem Krieg in den Mittelpunkt der Überlegungen der europäischen Gesellschaften. Der Erste Weltkrieg bringt den Völkerbund hervor und zweifelsohne die Hoffnung auf eine Neuordnung Europas, die sich auf einen engeren Zusammenschluss der Regierungen und der Völker stützt. Dennoch ist die Zeit nach 1918 und der Beginn der 20er Jahre von der Fortsetzung des Krieges geprägt, insbesondere in Mittel- und Osteuropa. Während die Siegermächte über Grenzen und eine verbindliche Beilegung des Ersten Weltkriegs diskutieren, entstehen in diesen Teilen Europas Revolutionen, nationalistische Spannungen und Bürgerkriege. In diesem Sinne scheinen die Friedensverträge die Spannungen eher zu verstärken als sie zu entschärfen, besonders aufgrund der zwischen den Siegermächten bestehenden Interessenskonflikte und der Behandlung der Verliererstaaten. So wird der am 28. Juni 1919 geschlossene Versailler Friedensvertrag zu einem der schlagkräftigsten Propagandainstrumente der Nationalsozialisten, die 1933 an die Macht kommen. Wie konnten die Regierenden den Konflikt, der ein solches Ausmaß an Tod und Zerstörung gebracht hatte, beilegen? Auf welche Grundsätze und Prinzipien sollten sie sich stützen? Konnten die Friedensverträge, die von den Regierenden ausgehandelt wurden, einen dauerhaften Frieden, so wie dieser von US-Präsident Wilson in dessen 14 Punkte Plan (Januar 1918) angestrebt worden war, sichern? Diese Fragestellungen beschäftigen uns heute, wenn wir darüber nachdenken, wie wir Frieden nach einem Krieg schaffen können und uns Gedanken über die Schwierigkeit der Gründung und Festigung einer europäischen Identitäts- und Schicksalsgemeinschaft machen. Diese Fragen regen ebenfalls dazu an, über das Erbe des Krieges nachzudenken, und insbesondere über die Art und Weise, wie in der deutschen und in der französischen Gesellschaft dessen gedacht wird. Wiederaufbau, Kriegsdenkmäler und Chroniken aus lokaler Feder erzählen vom Trauma des Krieges. Wie wurde der Krieg „vergegenwärtigt“, „in Erinnerung gerufen“ oder auch „abgelehnt“? (Z.B. durch erste Vereinigungen von Kriegsveteranen, Kriegsdenkmäler, Pazifismus, die ersten friedlichen deutsch-französischen Begegnungen, Rehabilitierungsprozesse für die „fusillés pour l‘exemple“ – die erschossenen Soldaten, an denen ein Exempel statuiert wurde, die nationalistischen deutschen Vereinigungen, die die Friedensverträge ablehnen, usw.) Die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler sollen im Schuljahr 2018/19 über die Geschichte des Aufbaus und der Festigung des Friedens zwischen den ehemals verfeindeten Nationen nachdenken. Sie sollen sich anhand zeitgenössischer Quellen mit dem Konflikt und der Nachkriegszeit auseinandersetzen und sich zugleich Gedanken über die Frage des Friedens im heutigen Europa machen. Die Überlegungen sollten sich auf lokale Quellen stützen: z.B. Presseartikel, Denkmäler und andere Spuren, die der Krieg in Gemeinden und Landkreisen hinterlassen hat.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Die Jury hat getagt und entschieden, folgende Beiträge mit einem Preis auszuzeichnen.

Kategorie 8.-10. Klasse / Collège

1. Preis Collège

Klasse (23 Schüler*innen) der Troisième des Collège Paul Langevin (Hagondange) Video « Journal télévisé du 13 décembre 2018 »

2. Preis Collège

Schülergruppe (4 Schüler*innen) der Quatrième des Collège Georges Gouy (Vals-les-Bains) Radiosendung « Faire la paix après la guerre dans la région Vals-les-Bains. Quelle vision de l’Allemagne après le conflit ? »

Kategorie 11.-13. Klasse / Lycée

1. Preis Lycée ex aequo

Schülergruppe (5 Schüler*innen) der Première des Lycée Fénelon (Clermont-Ferrand) Video « Le pacifisme en France et en Allemagne à travers le monument de Rocles (Allier) »

1. Preis Lycée ex aequo

Klasse (12 Schüler*innen) der Première des Lycée Maurice Utrillo (Stains) Internetseite «  Fichez-nous la paix – un musée en ligne en hommage d’Ernst Friedrich »

2. Preis Lycée

2 Schüler*innen der Seconde der École Jeannine Manuel (Paris) Video « Bâtir la Paix, 100 ans de commémorations »

Tandem-Preis

Schülergruppe von 14 französischen und 8 deutschen Schüler*innen in den Stufen:

  • CAP und Bac Pro des Lycée les Marcs d’Or (Dijon) und Bac Technologique im Lycée Agricole Olivier de Serres (Quetigny)
  • zweiten Lehrjahr Steinmetz an der Meisterschule für Handwerker (Kaiserslautern)

Internetseite und Steinarbeit «SI VIS PACEM, PARA PACEM »

Förderpreise

Schülergruppe (17 Schüler*innen) der Troisième des Collège Perrot d’Ablancourt (Châlons-en-Champagne)
Interaktiver Stadtplan «  Léon Bourgeois, figure de la paix / Léon Bourgeois, Vater des Friedens »

Klasse (31 Schüler*innen) der Terminale des Lycée Marie Curie (Sceaux)
Kartenspiel « Jeu de cartes bilingue 7 familles ‘Artisans de paix 1ère Guerre mondiale’ »


Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnerinnen und Gewinnern!

 

Die Jury und Co-Jury 2018/19 :

AURIOL Violeta, Association pour les Professeurs d’Histoire et de Géographie (APHG)
BASARSLAN Aydin, Lycée Fustel de Coulanges, Strasbourg
CARBONNE Raphaël, Mission du Centenaire de la Première Guerre mondiale
DJAHI Myriam, Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW)
ELLOY Françoise, Dijon
LANGENFELD Michael, Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW)
THYSSEN Alexa, Goethe-Institut, Paris
TAUBERT Fritz, Université de Bourgogne Jury (v.l.n.r.) : Raphaël Carbonne, Violeta Auriol, Michael Langenfeld, Myriam Djahi, Alexa Thyssen, Aydin Basarslan; sowie Maja Petersen und Till Meyer