Konzept

EUSTORY-France ist ein deutsch-französischer Geschichtswettbewerb, der sich an Schuler*innen in Deutschland und Frankreich richtet. Teilnehmen können deutsche Schüler*innen von der 8. Klasse bis zum Abitur. Französische Schüler*innen können von der 4ème bis zum baccalauréat général oder professionnel teilnehmen.

EUSTORY-France wird von der Föderation Deutsch-Französischer Häuser und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk ausgerichtet. Das Ziel des Wettbewerbs ist, die teilnehmenden Schüler*innen aus Deutschland und Frankreich für die gemeinsame Geschichte, die unsere Länder in Europa verbindet, zu sensibilisieren. Sie bekommen die Möglichkeit, idealerweise im deutsch-französischen Tandem, ein Thema zu entdecken, das Schüler*innen beider Länder betrifft.

Lehrkräfte, die ihre Klasse oder eine Gruppe von Schüler*innen betreuen, werden ermutigt, ihr Projekt und ihre pädagogische Arbeit mit einer französischen Partnergruppe oder -klasse durchzuführen, um sich über das vorgegebene Thema auszutauschen und die Sichtweise des europäischen Nachbarn in die gemeinsame Arbeit einzubeziehen. Das Prinzip „Lernen durch Forschen und Entdecken“ steht im Vordergrund und gibt den Schüler*innen die Möglichkeit, das Land des jeweils Anderen durch aktive historische Forschung zu entdecken und so ihr europäisches Bewusstsein sowie ihre Weltoffenheit zu stärken.

Pädagogische Unterstützung

Der deutsch-französische Geschichtswettbewerb unterstützt mit EUSTORY die teilnehmenden Klassen und ihre Lehrkräfte, indem über den gesamten Wettbewerbszeitraum pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung gestellt wird.

EUSTORY-France, der deutsch-französische Geschichtswettbewerb, ist Teil des EUSTORY-Netzwerks, einem informellen Netzwerk von ungefähr 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus über 20 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe ausrichten.

Die Mitglieder dieses Netzwerks haben eine gemeinsame Vereinbarung unterschrieben, in der sie sich zur Förderung von Wettbewerben verpflichten, die „Jugendliche ermutigen, ihr eigenes, dynamisches, vorurteilsfreies Verständnis der Vergangenheit und der Gegenwart zu entwickeln“. Das Netzwerk wurde 2001 von der Körber-Stiftung ins Leben gerufen.

Dank dieser Stiftung sind Preisträger*innen der jeweiligen nationalen Geschichtswettbewerbe dazu eingeladen, an einem „EUSTORY History Camp“ oder „EUSTORY Next Generation Summit“ teilzunehmen. Die internationalen History Camps stellen Orte der Begegnung und des Dialogs zwischen Jugendlichen zum Thema gemeinsame Vergangenheit und Zukunft in Europa dar.

Seit seiner Gründung zu den Gedenkfeierlichkeiten 2014 anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg wurden im Rahmen des deutsch-französischen Geschichtswettbewerbs in sechs Ausgaben verschiedene Aspekte der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg sowie die Menschenrechte in Europa im Zuge des 70. Jahrestages der Europäischen Menschenrechtskonvention erkundet.

Die letzte Ausgabe befasste sich mit “Grenzgänger*innen”, die in eines der beiden Länder reisen oder migrieren mussten bzw. wollten. Insgesamt konnten mehrere tausend Schüler*innen auf beiden Seiten des Rheins mit einigen hundert Arbeiten, die zum Teil in binationalen Tandems durchgeführt wurden, die vorgeschlagenen Themen vertiefen.

Pädagogische Ziele

• Bei den Schüler*innen Interesse für europäische Geschichte wecken, um sich anderen gegenüber zu öffnen und die gemeinsame Geschichte zu entdecken.

• Lokale und nationale Ereignisse in den europäischen Kontext einordnen können.

• Deutsche und französische Gruppen zum gemeinsamen Arbeiten animieren, um sich über die gegebene Thematik austauschen zu können und die Perspektive der europäischen Nachbar*innen in die Arbeit einbeziehen zu können.

• Kritisches Denken über die Aneignung der historischen Methodik entwickeln: Der Geschichtswettbewerb lädt die Schüler*innen dazu ein, selbst Forschung zu betreiben und ihren kritischen Geist zu schärfen, indem sie selbst die Geschichte hinterfragen und sich historische Methodik aneignen.

• Sich Geschichte als lebendiges Feld aneignen, sorgfältige Faktenstudien betreiben, um nicht Gefahr zu laufen, Sachlagen zu relativieren und um Falschinformationen sowie Verschwörungstheorien erkennen und entkräften zu können.